06/11/2026 0 Kommentare
Musikalische Lesung in der Christuskirche Fulda widmet sich Trauer, Abschied und Neubeginn – Hospizverein und Kirchen wollen Zusammenarbeit vertiefen
Musikalische Lesung in der Christuskirche Fulda widmet sich Trauer, Abschied und Neubeginn – Hospizverein und Kirchen wollen Zusammenarbeit vertiefen
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Musikalische Lesung in der Christuskirche Fulda widmet sich Trauer, Abschied und Neubeginn – Hospizverein und Kirchen wollen Zusammenarbeit vertiefen
Wie lässt sich der Verlust eines geliebten Menschen begreifen, und woher kommt die Kraft, nach einem Abschied wieder ins Leben zurückzufinden? Märchen können darauf keine fertigen Antworten geben. Aber sie schenken Bilder, die berühren, trösten und neue Perspektiven eröffnen. Das wurde bei der musikalischen Lesung „Märchen & Trauer“ am ersten November in der Christuskirche Fulda deutlich. Der Hospiz-Förderverein „Lebenswert“ und der Evangelische Kirchenkreis Fulda hatten gemeinsam zu diesem besonderen Abend eingeladen.
Drei Märchen aus unterschiedlichen Kulturkreisen standen im Mittelpunkt: „Die Tränenfee“ aus dem Elsass, „Die Regenblume“ aus der Überlieferung der Komantschen in Nordamerika und das deutsche Märchen „Siebenschön“. Die Märchenerzählerinnen Sonja Straberger-Hohmann und Nina Kirchner ließen die Geschichten lebendig werden. Im Wechsel dazu gestalteten Dekan Dr. Thorsten Waap und Bezirkskantor Tobias Wirth den Abend musikalisch. Märchen sprechen mit ihren Bildern die Seele an und können helfen, Gefühle auszudrücken, wenn Worte fehlen. Die drei Geschichten zeigten unterschiedliche Wege durch die Trauer: „Die Tränenfee“ ermutigt, Schmerz und Tränen zuzulassen. „Die Regenblume“ erzählt davon, wie Liebe und Verbundenheit neue Kraft schenken können. Und „Siebenschön“ macht deutlich, dass Trauer ihre Zeit braucht, aber auch den Weg zurück ins Leben nicht ausschließt. Alle drei Märchen verbindet die Hoffnung, dass aus Verlust und Schmerz neue Lebendigkeit wachsen kann.
Die Musik gab den Geschichten Raum zum Nachklingen. Besonders das Lied „Eintagsfliegenleben“ von Dekan Dr. Thorsten Waap setzte einen eigenen Akzent. Es fragt danach, was wirklich zählt, wenn das Leben nur einen einzigen Tag dauern würde. Weder Einkaufen noch Reisen könnten die Frage nach dem Sinn beantworten. Entscheidend seien vielmehr Beziehungen, Verbundenheit und Liebe. Gerade weil das Leben begrenzt sei, gewinne jeder einzelne Tag seinen besonderen Wert. Weitere musikalische Beiträge, darunter „Tears in Heaven“, „Alle wollen immer nach oben“ und „Kinder des Lichts“, verbanden die Märchen zu einem stimmungsvollen Ganzen.
Der Vorsitzende des Hospiz-Fördervereins „Lebenswert“, Michael Brandt (MdB), bedankte sich bei den Märchenerzählerinnen und Musikern für die eindrucksvolle Gestaltung. Auch Bischof Dr. Michael Gerber war unter den Gästen und zeigte sich begeistert. Dass der evangelische Kirchenkreis gemeinsam mit dem Hospizverein ein Thema aufgriff war zugleich ein Zeichen gelebter Ökumene – ganz im Sinne des kirchlichen Hessentagsmottos „Im Herzen eins“.
Der Hospiz-Förderverein „Lebenswert“ Fulda hat mehr als 200 Mitglieder und unterstützt durch Spenden die Hospizarbeit in der Region Fulda. Ein wichtiges Anliegen des Vereins ist es, Sterben, Tod und Trauer aus der Tabuzone zu holen. Am Ende des Abends waren sich die Beteiligten einig: Die Zusammenarbeit zwischen Hospizverein und Kirchen soll weiter ausgebaut werden. Denn Menschen in Zeiten von Abschied und Trauer zu begleiten, ist eine gemeinsame Aufgabe, die konfessionelle Grenzen überwindet. Der Abend in der Christuskirche hat gezeigt, wie Märchen und Musik dafür einen Raum öffnen können – für Tränen, für Erinnerungen und für die Hoffnung, dass nach dunklen Zeiten wieder etwas aufblüht.
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